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GESAMTBILD DER TODSÜNDENTAFEL

Links: Die eitle Stolze steht in einem Innenraum und betrachtet sich in einem Spiegel, den der Teufel ihr vorhält. Auch er trägt wie sie eine Haube.

Mitte: Die Wollust wird in einer höfischen Gesellschaft verkörpert, die vor einem Zelt sitzt. Die auffällig platzierte Weinkanne weist auf die Verbindung zu der TS Gula hin. Neben dem Liebespaar wird ein Narr verprügelt. Vor ihm liegen eine Harfe und eine Flöte. Wahrscheinlich 
unterliegt beiden Instrumenten eine sexuelle Symbolik.

Rechts: Acedia tritt in Gestalt eines trägen Mannes in Erscheinung, der vor dem wärmenden Kamin eingeschlafen ist. Ihm nähert sich eine Nonne mit Rosenkranz – wahrscheinlich ein Hinweis auf die versäumten christlichen Pflichten.

Gula: die Völlerei wird in einer einfachen Wohnstube angesiedelt. Dem dicken Völlerer, der an einem wohlbeladenen Tisch sitzt, nähert sich von links eine Frau mit frisch gebratenem Geflügel. Ein kleines Kind in 
zerrissenen Kleidern greift gierig nach dem Trinkkrug des Mannes. Von rechts nähert sich dem Tisch ein hagerer, zerlumpter Trunkenbold, der einen Krug zum Mund führt. Die über den Raum verteilten Gegenstände, wie Kackstühlchen, umgefallener Stuhl, Bratspieß – unterstreichen die Lasterhaftigkeit der Szene.

Links: Avaritia gewinnt in einem ungerechten Gerichtsspruch Gestalt. Die Rechtssitzung spielt sich auf einem Dorfplatz ab. Links erscheint ein Advokat und ein Notar. Der Richter wird von beiden Klienten bestochen. Während der von rechts kommende Bauer ihm ein Geldstück in die Hand drückt, hört er dem Geflüster des neben ihm stehenden Mannes zu, der einen dicken Geldbeutel in der Hand trägt.

Rechts: die Symbolik der Invidiaszene ist unklar. Sie spielt in einer städtischen Umgebung vor einem Bürgerhaus. In der Tür steht ein Paar. Der Mann hält einen Knochen in der Hand und wendet sich einem reich 
gekleideten Herrn zu, der einen Falken auf der Hand trägt. Im Fenster links erscheint ein junges Mädchen, das sich mit einem jungen Mann unterhält. Auf der rechten Seite entfernt sich ein Lastenschlepper von 
dem Geschehen. Die zwei kläffenden Hunde im Vordergrund gehören zu den typischen Symboltieren der Invidia.

Ira ist in einem bäuerlichen Umfeld angesiedelt. Im Hintergrund des Geschehens erscheint eine Bauern- schenke. Vor dieser prügeln sich zwei Bauern. Der Anlaß ihres Streits zeigt sich auch in dem Krug, mit dem einer der beiden auf den anderen losgeht.
Die Trunksucht ist der Ira vorausgegangen. Nur mühsam wird der Trunkenbold von der ihn begleitenden Frau zurückgehalten.

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