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P r o j e k t b e s c h r e i b u n g

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Folgende Überlegungen standen bei der Erarbeitung des „Drehbuchs“ für die sieben „Photoinszenierungen“ im Vordergrund:

• Ist die Lastergruppe der 7 Todsünden – dieser
  Sündenkatalog – überhaupt noch der                
  gesellschaftlichen, sozialen und politischen
  Struktur,     wie sie sich uns am Beginn des
  21. Jahrhundert darstellt, adäquat?

• Die Todsündendarstellung als „Moral-Kodex“, ein
  Auftragswerk der katholischen Kirche – welche
  Bedeutung hatte ein solcher Kodex damals und ist er
  auf unsere heutige Zeit über tragbar? Wenn ja, in
  welcher Form?

• Hat sich nicht die Bedeutung verändert oder teilweise
  gar ins Gegenteil verkehrt?

• Welche Symbolik kann jene der bosch´schen Zeit und
  Gesellschaft heute ersetzen?

Der Todsündentisch von Hieronymus Bosch dient Lukas Maximilian Hüller bei seinem Photoprojekt vor allem formal als Vorbild. Nicht die 1:1-Umsetzung der Tafelmalerei in das Medium der Photographie ist Ziel
des Projektes, vielmehr steht der Versuch einer Neuinterpretation des Themas im Mittelpunkt: die Trans-formation von Bildinhalt und Bildaussage in unsere heutige Zeit unter Beibehaltung eines bosch´schen Umfeldes, besonders in Bezug auf die landschaftlichen und architektonischen Aspekte.
Ein scheinbar zeitloses Thema, das aber doch immer durch seine Zeit geprägt ist.

„Wer sich absichtlich, das heißt mit Wissen und Willen zu etwas entscheidet, das dem göttlichen Gesetz und dem letzten Ziel des Menschen schwer widerspricht, begeht eine Todsünde. Diese zerstört in uns die göttliche Tugend der Liebe, ohne die es keine ewige Seligkeit geben kann. Falls sie nicht bereut wird, zieht sie den ewigen Tod nach sich.“ (Katechismus der Kath. Kirche - 1874, deutsche Ausgabe von 1993)

Für die Umsetzung und Realisierung des Projektes konnte Lukas Maximilian Hüller bereits international renommierte Künstler, Theater- und Filmschauspieler begeistern und zur Mitarbeit gewinnen. Mit Paulus
Manker - dem multiplen Meister des Filmemachens, der Regie und des Schauspiels, dem Bühnenkünstler, Tänzer und Maler Erwin Leder, sowie dem belgischen Szenarist & Schauspieler Etienne Tombeux, mit dem
gemeinsam das Projekt bereits 1996 aus der Wiege gehoben wurde, sollen hier nur einige der
„Todsünden-Protagonisten“ genannt werden.

Weitere Details siehe Besetzung.

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